PDF: Barrierefrei

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Barrierefreie PDFs ermöglichen es einem Blinden- oder Sehbehinderten Menschen, das Dokument mit einem Screenreader zu lesen. Damit das möglich ist, muss der Inhalt jedoch so aufbereitet werden, dass die Software weiss, wie sie das barrierefreie PDF interpretieren soll. Das macht man durch Tags. Der Text wird genauso ausgezeichnet, wie bei HTML. Titel sind h1 bis h6, Absätze sind p usw.

Wenn man das File sauber im InDesign aufbaut, dann erledigt die Software einen grossen Teil des Taggings für einen. Komplizierter wird es, wenn man ein bestehendes PDF in ein barrierefreies PDF verwandeln soll. Nachträgliches Taggen wird vor allem bei Listen und Tabellen sehr aufwändig.

Screenshot der Tagging-Einstellung in InDesign für barrierefreie PDFs.
Unter «Export Tagging» definiert man den Tag, des Zeichenformats.

 

Screenshot von Tags im InDesign.
Obige Tags werden unterstützt.

 

Das ist PDF/UA gemäss Wikipedia:

PDF/UA (Universal Accessibility) ist eine Variante des PDF-Standards für barrierefreie PDF-Dokumente. Er ist im August 2012 als ISO-Norm ISO 14289-1:2012-07 veröffentlicht worden. Der Standard stellt sicher, dass PDF-Dokumente den Anforderungen der Web Content Accessibility Guidelines 2.0 entsprechen.

PDF/UA wird derzeit von Screenreadern noch nicht speziell unterstützt. Die PDF Association hat deshalb zusammen mit der Schweizer Stiftung «Zugang für alle» das Projekt «NVDA goes PDF/UA» lanciert, um den Open Source Screenreader NVDA dahingehend weiterzuentwickeln, dass er vollständig dem PDF/UA-Standard entspricht.

Ganzer Wikipedia-Artikel.

Im Grunde kann man das Ganze auf einen Kernsatz reduzieren:

Gleichwertiger Zugang zu PDF-Inhalten für alle Nutzer.

Die wichtigsten Kernanforderungen an ein barrierefreies PDF sind:

  • Lesereihenfolge
  • semantische Struktur
  • Alternativtexte
  • barrierefreie Tabelle
  • Kontrast

Kurze Übersicht eines PDF/UA:

Bei barrierefreien PDFs unerlässlich sind die Bookmarks.

 

Ein vollständig getaggtes PDF verfügt über einen sauberen «Tagbaum».

 

Unter «Standards» finden wir die Konformitätsangaben.

 

Die «Seitenvoreinstellungen» müssen ebenfalls angepasst werden.

 

«Dokumentstruktur verwenden» muss angewählt sein.

 

Acrobat bietet einen «On-Board-Check» für die Konformität an.

 

Das Ergebnis sieht so aus und gibt einen ersten Eindruck.

 

Für einen detaillierten Check, wurde ein Tool von «Zugang für alle» programmiert. Es ist kostenlos und prüft die gesamte technische Zugänglichkeit des PDFs.

 

In den PDF-Einstellungen muss unter «Ansicht beim Öffnen» bei «Einblenden» der Dokumenttitel angewählt sein.

 

Es muss zwingend eine Sprache angegeben werden. Der Screenreader muss wissen, welche Sprache er interpretieren soll.

Wie «zertifiziere» ich mein PDF als barrierefrei?

Wie beim PDF/X muss auch ein PDF/UA zertifiziert werden. Dies geschieht entweder über ein extra dafür entwickeltes Programm oder über eine XMP-Datei.

Im PDF über «Befehl + D» kommen wir in die Voreinstellungen. Um das Zertifizierungs-XMP anzuhängen geht man wie folgt vor:

  1. Klicke unter «Beschreibung» auf «Zusätzliche Metadaten»
  2. Gehe zu «Erweitert» und klicke auf «Append…» bzw. «Hinzufügen»
  3. Wähle das XMP-File aus und wenn alles klappt, bekommt man zwei neue Einträge

Nun ist das PDF/UA zertifiziert.

Wichtig:

Inhalte von PDFs müssen getagged werden, die Tagabfolge muss der semantischen Reihenfolge entsprechen, eine Sprache muss angegeben werden und zu Bildern und Grafiken muss Entsprechungstext (Alternativtext) erfasst werden.

Regeln für barrierefreie PDFs

Immer mehr als ein Modus für den Zugang zum Inhalt
Z. B. Abbildung plus Alternative in Textform.

Adäquate Auszeichnung der Inhalte ähnlich wie beim HTML
Z. B. Überschrift (H1-6) vs. Tabelle (TB), vs. Fliesstext (P)

Inhaltliche Struktur
Z. B. hierarchische Gliederung des Dokumentes

Unicode-Konformer Text


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PDF/X