Digital-KulturPublishing

Blick in die Zukunft: Mobile, Voice und Digital-Kultur

6 Min.
Christian Denzler | 2. Januar 2018

Für mobile Geräte zu produzieren ist eine Notwendigkeit

Die Festtage sind vorbei und viele starten in den gewohnten Alltag im neuen Jahr. Bezüglich Publishing und digitaler Disruption wird so einiges geschehen. Zeit für einen kurzen Blick in die Zukunft wo Mobile (Smartphones), Voice (Sprache) und die Digital-Kultur eine gewichtige Rolle spielen werden.

Die Disruption unseres Lebens

Die Digitalisierung führt nicht nur in der Druck-Branche zu gravierenden Veränderungen, sondern in praktisch jedem Bereich unseres Lebens. Längst sollte uns allen klar sein, dass es sich nicht um eine Modeerscheinung handelt, sondern um eine grundlegende Transformation unserer Gesellschaft. «Digital» ist nicht etwas, dass «schon wieder vorübergeht». Die Digitalisierung hat längst stattgefunden. Wer die digitale Disruption als lästig abtut, wird schneller als ihm lieb ist, keine Arbeit mehr haben.

Der Generationswechsel findet statt

Die Generation Y (geboren zwischen 1981 und 1995) dominieren bald die Gesellschaft und die Generation Z (geboren nach 1995) steht in den Startlöchern. Für diese Jahrgänge ist das digitale Leben eine Realität und nicht nur etwas «lästig Neues». Beobachtet einmal junge Menschen zwischen 16 und 30. Bis 2020 wird die Generation Y 35% der werktätigen Bevölkerung ausmachen (AZ vom 5.7.2016) und ein Teil der Generation Z ist jetzt im Studium oder in Ausbildung.

Es wird langsam Zeit nicht mehr von Digitalisierung zu sprechen, denn das beschreibt einen noch laufenden Prozess. Dieser Prozess ist aber weitestgehend abgeschlossen. Haeme Ulrich trifft es auf den Punkt, wenn er von der «Digital-Kultur» spricht.

Mobile Geräte als zentraler Hub

Zugegeben: Smombies (Smartphone-Zombies, das heisst Menschen, die ohne ihr Umfeld wahrzunehmen und auf ihr Smartphone starrend durch die Gegend laufen) sind nervig und gerade im Verkehr sind sie unglaublich gefährlich. Trotzdem darf man etwas nicht ignorieren. Das Smartphone ist kein nettes Spielzeug, sondern für die meisten Menschen ihr zentraler Informations- und Kommunikations-Hub. Durch den technologischen Fortschritt haben wir mit unseren iPhones und Android Phones leistungsstarke Minicomputer in unserer Hosentasche und über Social Media erhalten wir Information, Unterhaltung und verbinden uns mit Mitmenschen. Man muss es nicht mögen, aber sollte es langsam einsehen:

Für mobile Geräte zu produzieren ist längst nicht mehr optional, sondern eine Notwendigkeit.

«Für mobile Geräte zu produzieren ist eine Notwendigkeit». – Gary Vaynerchuk CEO und Gründer von VaynerMedia

Content first wird also immer wichtiger, denn nur so kann man alle wichtigen Kanäle auch sauber beliefern.

Was können wir weiter erwarten?

Ein wichtiger Grund, warum disruptive Technologien und Konzepte so erfolgreich sind, ist simpel: Sie geben uns etwas zurück, was für uns sehr wertvoll ist und künftig noch viel wertvoller sein wird: Zeit. Ob man nun ein Fan von Uber, Airbnb oder booking.com ist, sie alle erleichtern uns das Leben und helfen uns, Zeit und Geld zu sparen. Eines der wichtigsten Güter in Zukunft wird also Zeit sein. Das schlägt sich auch in der Art nieder, wie wir mit unseren Computern interagieren und Informationen aufnehmen. Voice (Sprache) wird in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen. Durch Voice wird die Kommunikation einfacher, da wir nicht immer lästig Text eintippen müssen. Auch hier: Beobachtet die Teens in eurem Umfeld. WhatsApp-Sprachnachrichten sind bei ihnen massiv populärer als das klassische Tippen von Text.

«I see huge white spaces in voice!» – Gary Vaynerchuk CEO und Gründer von VaynerMedia


Podcasts und Hörbücher sind immer mehr im Kommen. Warum? Weil man sie hören kann und dabei nicht blockiert ist. Während ich mir zum Beispiel die neusten technischen Innovationen erklären lasse, kann ich Essen kochen, mit dem Hund spazieren gehen, Sport treiben oder die Zeit im Zug überbrücken. Texte und Videos sind eine gute Sache aber sie bedingen, dass ich mich 100% auf sie konzentriere. Das ist nicht in jedem Fall möglich oder gewünscht. Ein weiterer Pluspunkt von Sprache als In- und Output-Medium ist, dass blinde und sehbehinderte Menschen nicht ausgeschlossen werden oder man nicht «aufwendig» die Daten barrierefrei machen muss. Hörbehinderte werden selbstverständlich weiter auf Text setzen.

Ja unsere Zukunft wird spannend und ich bin gespannt, wie sich unsere Branche aber vor allem auch unsere Gesellschaft entwickelt. Momentan bemerke ich bei gewissen Bevölkerungsschichten noch eine leichte Überforderung mit der digitalen Welt. Das dürfte sich aber bald gelegt haben.

In dem Sinne einen guten Start ins 2018 und viel Erfolg auf dem Weg in die Zukunft.


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