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Creative Cloud Wirrwarr!

5 Min.

Die Ankündigung von Adobe, dass die Creative Suite 6 die letzte kaufbare Version sein wird und man danach in die Creative Cloud (CC) umsteigen muss und diese nur noch per Abo verwenden kann, hat in der Branche für Furore gesorgt. Der Grund für diesen Schritt ist klar und aus Sicht von Adobe auch konsequent. Der Markt ist ausgetrocknet und es können keine Lizenzen mehr verkauft werden auch ist das Produkt im Grossen und Ganzen fertig, man kann nur noch Features und Bugfixes anbieten.

Für den Cashflow von Adobe ist dieser Schritt also klar konsequent und logisch. Nun ranken sich viele Spekulationen um die Cloud. Kann man seine Dateien nur noch auf Adobe-Servern abspeichern? Sind meine Dateien bei Ablauf des Abos nutzlos?

Ich habe hier die wichtigsten Facts zusammengestellt, die ich direkt von der Adobe Hotline erhalten habe.

Creative Cloud

Die Cloud ist in folgenden Abo-Varianten erhältlich:

KOSTENLOS
 30-Tage-Testzugang
 2 GB Cloud-Speicher
 Eingeschränkter Zugriff auf Dienste

Einzelprodukt-Abo CHF 28.08/Monat (CHF 336.96/Jahr)
 Vollversion ausgewählter Apps
 20 GB Cloud-Speicher
 Eingeschränkter Zugriff auf Dienste

Komplett-Abo CHF 70.20/Monat (CHF 842.40/Jahr)
 Vollversionen aller Apps
 20 GB Cloud-Speicher
 Vollzugriff auf Dienste

Zu kostenlos ist nichts zu sagen. Beim Einzelprodukt-Abo erhält man Zugriff auf eine einzige Software (z. B. InDesign) und nicht mehr und in der Komplett-Version erhält man Zugriff auf die ganze Sortimentspalette von Adobe, ob man sie braucht oder nicht. Diese Angebote gelten für Einzelpersonen.

Zum Thema Unternehmen schreibt Adobe folgendes:
Bei Fragen zu Creative Cloud für Unternehmen wenden Sie sich an uns, indem Sie hier klicken.

Wenn Sie einem Großunternehmen angehören, können Sie zusammen mit einem Adobe-Mitarbeiter eine angepasste Creative Cloud-Lösung ausarbeiten, die Ihren Ansprüchen gerecht wird.

Im Moment läuft noch eine Aktion für bestehende Kunden:
 Sonderangebot für Bestandskunden (Aktionspreis für das erste Jahr)
 Kunden ab CS3 erhalten das Komplett-Abo für CHF 42.12
 CS6-Kunden erhalten das Komplett-Abo für CHF 28.08
 Kunden ab CS3 erhalten ein Einzelprodukt-Abo für CHF 14.04
 Alle Angebote nur mit einer Laufzeit von einem Jahr

Nun zu den technischen Aspekten:
Man benötigt für die Aktivierung eine Adobe-ID und eine Internetverbindung. Hat man die Aktivierung vorgenommen, muss man nicht permanent online sein um zu arbeiten.

Über einen Software-Manager kann man auswählen, welche Programme man benötigt. Diese werden dann lokal auf den Computer installiert. Auch kann man weiterhin alle Dateien lokal und auf Server speichern. Der Cloud-Speicher kann, muss aber nicht genutzt werden. Weiterhin kann eine Software an zwei Arbeitsplätzen installiert werden und sie ist nicht mehr Platform- oder Sprachabhängig. Ich kann z. B. auf meinem Mac das InDesign auf deutsch installieren und auf meinem Windows-Rechner auf englisch oder französisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich immer die aktuelle Version zur Verfügung habe. Wobei das in manchen Fällen sicher auch ein Nachteil sein kann (Bugs).

Wird das Abo nicht verlängert, fällt die Version in den Demomodus und kann noch für 7 Tage so genutzt werden. Verlängert man in dieser Woche das Abo nicht, kann keine Datei mehr geöffnet werden ausser mit Programmen, die Adobe-Files verarbeiten können oder man speichert die IDs als PDF und PSDs als TIFF zum Beispiel. Somit macht man sich weiter abhängig von Adobe.

Nutzt man sämtliche Apps und Angebote des Komplett-Abos, kann man den Preis sicher amortisieren aber wer nutzt schon alles? Auch muss man ein Jahresvertrag abschliessen, bindet sich also für ein Jahr an diese monatlichen Zahlungen.

Sind Plug-In’s out?
Die Frage, die sich einige stellen werden: Was, wenn Adobe die Cloud-Software aktualisiert und mein Plug-In plötzlich nicht mehr kompatibel ist? Je nach Firma kann das zum Problem führen. Da ist die Haltung von Adobe klar. Sie werden keine Rücksicht auf Drittanbieter nehmen. Es ist den Plug-In-Programmierern überlassen, mit Adobe schritt zu halten. Dass es zeitweise zu Kompatibilitätsproblemen führen kann, schliesst die Adobe-Hotline nicht aus. Man müsse aber auch nicht jedes Cloud-Update machen, Es ist einem immer noch selber überlassen, ob man die Updates dann ausführt.

Was ist mit dem InDesign-Server?
Der Server ist vorerst nicht betroffen, da er (noch) kein Bestandteil der Creative Cloud ist. Das kann sich in Zukunft natürlich ändern.