PrintPublishing

Das leidige Thema: PDF/X

3 Min.
Christian Denzler | 31. Mail 2017

Eigentlich dachte ich, dass nach 24 Jahren (Einführung: 1993) PDF in der Praxis die Handhabung und die Vor- und Nachteile allen Fachleuten in der Premedia-Branche klar sein sollten. In meinem Alltag in einer Druckerei erlebe ich aber leider genau das Gegenteil. Die meisten Grafiker, Layouter und Polygrafen haben auf PDF/X-4 umgestellt, ohne die Auswirkungen wirklich zu begreifen. Hier nochmals eine kurze Zusammenfassung.

Grundsätzlich steht hier das nötigste zu PDF/X in all seinen Variationen. Nachfolgend gehe ich lediglich auf die beiden Druckstandards PDF/X-1a und PDF/X-4, ihre Vor- und Nachteile und die Anwendung ein.

PDF/X-1a

PDF/X-1a ist der Druckstandard für konservatives Datenhandling. X-1a erlaubt grundsätzlich folgendes im PDF: CMYK und Sonderfarben und basiert auf PDF 1.3. Was der Standard noch alles beinhaltet lest ihr hier.

Das Chaos mit den Jahreszahlen

Stand heute gibt es zwei PDF/X-1a-Versionen: PDF/X-1a:2001 und PDF/X-1a:2003. Grundsätzlich zeigt die Zahl das Entstehungsjahr des Standards an. 2003 ist also neuer als 2001. Was bei 2003 anders ist, lest ihr hier. Erlaubt sind in der Anwendung heute beide. Aus Rücksicht auf ältere Workflows und weil die neueren Workflows sowohl 2001 wie auch 2003 lesen können, empfiehlt es sich, mit PDF/X-1a:2001 zu arbeiten.

PDF/X-4

PDF/X-4 ist der Standard deiner Wahl wenn du native Transparenzen verwendest und nicht willst, dass sie zu einem Pixelbild verrechnet werden (was bei PDF/X-1a der Fall ist). Was PDF/X-4 noch alles kann, lest ihr hier.

Und schon wieder Jahreszahlen

Auch beim PDF/X-4 gibt es zwei Standards. Einmal 2008 und einmal 2010. Im 2010-Standard wurden einige verbesserungen zusätzlich zum 2008-Standard vorgenommen. Anders als bei PDF/X-1a ersetzt der neu den alten Standard. 2008 ist also nicht mehr gültig.

Fazit

PDF/X-1a:2001 ist meistens die sicher Wahl im Offsetdruck. Die Transparenzreduktion kann aber zu (teils massiven) Qualitätseinbusen führen. Das muss vom Profi geprüft werden. PDF/X-4 ist zu empfehlen, wenn native Transparenzen im Spiel sind, da diese nicht verrechnet werden. WICHTIG: Ein PDF/X-4 nützt nichts, wenn die Druckerei den Standard nicht unterstützt. Wird das PDF im Workflow auf PDF/X-1a geflated, hat man gar keine Kontrolle mehr was am Schluss ausgegeben wird. Welche Voraussetzungen ein PDF-Workflow erfüllen muss, damit er PDF/X-4 nativ verarbeiten kann, lest ihr hier.