InDesignSoftware

Ebenen und der Sprachwechsel

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Manche lieben sie andere hassen sie und wieder andere haben Angst vor ihnen: den Ebenen. Richtig angewandt können sie nützlich sein. Falsch angewandt sind sie ein Ärgernis, das meistens die Produktionsfirmen ausbaden dürfen.

Ebenen machen vor allem dann Sinn, wenn man automatisiert und/oder mit Platzhaltern in InDesign arbeitet. Wenn man Sprachwechsel zum Beispiel datenbankgestützt ausführt und für die Aktualisierung des Textes erstens eine Textebene vorhanden sein muss und diese zweitens richtig (nach Sprache) angeschrieben sein sollte. In dem Fall macht es auch Sinn, dass wir eine Bild- oder Layoutebene anlegen, auf der wir die sprachneutralen Elemente nur einmal platziert haben. Bei datenbankgestützter Arbeit sind Ebenen also praktisch unumgänglich.

Auch beim manuellen Layouten ohne Content-Datenbanken kann es Sinn machen sprachneutrale Elemente und Bilder auf separaten Ebenen zu platzieren.

ebenenpalette_sprachen

Von Agenturen bekommt man solche Daten häufig, haben die Ebenen hier doch den Vorteil, dass man das File bei Korrekturen nicht wechseln braucht und man je Seite alle Sprachkorrekturen in einem Rutsch erledigen kann. Bei dieser Variante gibt es aus der Produktionssicht jedoch zwei Probleme:

  1. Hat man einen automatisierten PDF-Erzeugungs-Workflow, über Hotfolder und den InDesign-Server zum Beispiel, versagen die Ebenen schon einmal, es sei denn der Workflow kann Sprachebenen auslesen wenn sie entsprechend angeschrieben sind. Ansonsten schreibt man die PDFs manuell.
  2. Die Agenturen ignorieren oft (ob durch Unwissen oder bewusst), dass jede Sprache ihre eigenen Spracheinstellung benötigt. Diese wird im Absatzformat unter «Erweiterte Zeichenformate» eingestellt.
    absatzformate

Je nach Spracheinstellung ändert sich der Umbruch, da die Trennungen der jeweiligen Sprache angepasst werden. Auch variieren die Anführungs- und Schlusszeichen von Land zu Land was bedeutet, dass wir je Sprache andere Spracheinstellungen haben müssen. Arbeiten wir mit Ebenen heisst das, dass wir alle Absatzformate 3 bis 4x anlegen. Für jede Sprachebene separat nämlich und diese dann auch auf den Text anwenden müssen. Tun wir das nicht, ist das Dokument schlicht und ergreiffend nicht professionell.

Einfacher geht es da, wenn wir je Sprache ein InDesign-File erstellen. Dann können wir das Deutsche z. B. fertig machen, duplizieren und in den Absatzvorlagen die Sprache korrekt einstellen. Nun können wir den Sprachwechsel machen und gleichzeitig den Umbruch kontrollieren. Wenn wir die Absatzformate klug aufgebaut haben und die Sprache im [Einf. Abs.] eingestellt und dann alle anderen Formate auf [Einf. Abs.] bezogen haben, müssen wir den Spracheintrag sogar nur einmal anpassen. Alle anderen Formate ziehen dann nach. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass wir nicht jedes Absatzformat x-fach in einem  Dokument haben müssen und wir im automatisierten Workflow die PDFs auch dann problemlos schreiben, wenn wir keine Ebenen automatisch auslesen können.

Ebenen machen also durchaus Sinn, wenn man damit umzugehen weiss. Aus Produktionssicht machen aber sprachgetrennte InDesign-Files weitaus mehr Sinn. Innerhalb des jeweiligen Files kann die Ebenenstruktur dann z. B. wie folgt aussehen:

ebenepalette_sprachen_richtig

Das schafft Ordnung und bleibt bei gerade 3 Ebenen doch übersichtlich. «Sprachneutral» kann selbstverständlich auch «Layout», «Hintergrund» oder «wie-man-es-auch-nennen-will» heissen.