Farbe

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Farbe ist eine Illusion

Es ist nicht die Eigenschaft von Material, farbig auszusehen.

Ein Gegenstand oder ein Material hat neben einer bestimmten Form und Grösse auch eine Farbe. Man ist geneigt anzunehmen, dass diese Farbe ebenfalls eine physikalische Eigenschaft ist, ähnlich wie die Grösse. Dem ist jedoch nicht so. Denn Farbe ist eine Täuschung. Die scheint nur eine solche Materialeigenschaft zu sein. In Wahrheit ist sie aber eine reine Sinnesempfindung des Betrachters.

Materialfarbe ist relativ

Material zeigt keine festliegende bestimmte Farbe. Sein Aussehen ist vielmehr relativ. Es ist abhängig von der vorherrschenden Beleuchtung.

Das farbige Erscheinungsbild von Material wird «Körperfarbe» genannt. Verschiedene Materialien unterscheiden sich in ihrem farbigen Aussehen deshalb, weil sie aus dem vorhandenen Beleuchtungslicht unterschiedliche spektrale Teile verschlucken (absorbieren). Körperfarbe kommt also zustande aus dem individuellen Absorptionsvermögen von Material.

Die Information wird dem Betrachter allerdings durch den nicht absorbierten Teil des Lichtes übermittelt, der als «Farbreiz» ins Auge fällt. Dieser nicht absorbierte Teil wird bei deckenden Materialien zurückgestrahlt (remittiert) und bei transparenten Materialien durchgelassen (transmittiert). Die wahrgenommene Farbnuance ist demnach der ins Auge fallende Rest des Beleuchtungslichts, also das «Restlicht» Je nach spektraler Zusammensetzung des Beleuchtungslichtes ändert sich auch die spektrale Zusammensetzung des Farbreizes der als Information ins Auge trifft. Einem bestimmten Material kann also keine feste Farbnuance zugeordnet werden, vielmehr kann es das Aussehen verschiedener Farbnuancen annehmen.

Farbe ist also nicht direkt am Objekt, sondern entsteht im Gehirn. Salat ist nicht grün und ein roter Pulli nicht rot. Beide Objekte verfügen lediglich über unterschiedliche Absorbtionsvermögen, das sie befähigt, von der Allgemeinbeleuchtung bestimmte spektrale Teile aufzufangen, zu absorbieren. Der nicht absorbierte Teil wird dann als Restlich remittiert. Diese Lichtstrahlen sind selbst keine Farbe sondern nur Informationsübermittler, welche das Gehirn, nach Aufnahme durch das Auge, zu einer «Farbempfindung» bewegen. Dies nennt man Farbvalenz.

>> siehe auch Die drei Schritte der Farbwahrnehmung