ArbeitsweltPublishing

Ich arbeite wann und wo ich will

Millenials
4 Min.
Christian Denzler | 1. Februar 2018

Im Jahr 2000 begann ich meine Lehre als Polygraf und schloss 2004 ab und ging motiviert in die Arbeitswelt. Schon sehr bald stellte sich aber Ernüchterung ein. Diese 9 to 5-Mentalität machte mich beinahe fertig. Schliesslich hatte ich doch nicht jeden Tag gleich viel Lust zu arbeiten. «Ich arbeite wann und wo ich will» dachte ich mir. In einer Welt, in der das industrialisierte Denken des 19. Jahrhunderts vorherrscht war ich natürlich ein Fremdkörper. Die Digital-Kultur wurde nirgends wirklich gelebt. Lange dachte ich, dass wohl irgend etwas mit mir nicht stimmt und ich mich anpassen und in den sauren Apfel beissen muss. Dieser Umstand führte dazu, dass ich nicht sonderlich zufrieden war mit meinem Leben. Kein Wunder: Die beste Zeit des Tages im Büro verschwenden und am Abend müde nachhause kommen, um dann keine Lust mehr zu haben gross etwas zu unternehmen kann ja nicht zufrieden machen.

Und plötzlich waren sie da – Millennials und Digital-Kultur

Ich wurde älter und reifer und plötzlich sprachen alle von der Generation Z, den «Millennials» (geboren nach 1995). Davon, dass die neue Generation keine stieren Arbeitszeiten will, dass sie arbeiten um zu leben und nicht auf Arbeitgeber angewiesen sind, da sie von Projekt zu Projekt arbeiten. Wer die Millennials anziehen will, der muss ein Umfeld schaffen, in welchem sie gerne arbeiten. Bald hat die Wirtschaft keine Wahl mehr, denn die Generation Y und Z dominiert ab jetzt und in Zukunft den Arbeitsmarkt. Die «9-to-5-Büezer» werden pensioniert oder sterben weg.

Heute weiss ich: Ich will arbeiten wann und wo ich will. Ich bestimme meine Arbeit und nicht mein Arbeitgeber. Das ist nicht komisch das ist die Zukunft. Gelebte Digital-Kultur. Diese Erkenntnis beruhigt mich. Ich bin nicht komisch, ich bin ein zu früh geborener Millenial.

Millenials sind die Zukunft
Die Millennials arbeiten wann und wo sie wollen. Um für sie attraktiv zu sein, muss sich die heutige Firmenkultur wandeln und die Digital-Kultur leben.

Die Wirtschaft muss umdenken oder untergehen

Das industrialisierte Denken hat in der digitalen Welt nichts verloren. Firmen, die digitale Dienstleistungen anbieten und deren Hauptwerkzeug der Computer, das Smartphone und die Cloud sind, haben keine andere Wahl, als sich entsprechend neu aufzustellen und so eine Firmenkultur zu schaffen, die die zukünftigen Fachmenschen anzieht. Tun sie das nicht, sind sie langfristig nicht konkurrenzfähig.

Besonders im Publishing ist das «the way to go». Wir müssen unsere Arbeit in die Cloud bringen und so uns und unsere Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig machen. Ich will arbeiten wann ich will. Wenn ich am Sonntag Lust habe, dann arbeite ich am Sonntag. Wenn ich am Montag keine Lust habe arbeite ich nicht oder nur halbtags. Wenn ich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen will, dann tue ich das. Zeiterfassung ist Blödsinn und in einer gelebten Digital-Kultur völlig sinnfrei. Am Schluss muss die Arbeit getan sein. Ob ich sie Zuhause, im Büro oder am Strand erledige ist doch völlig egal.

Dort müssen wir hin. Dort bin ich ca. 2000 angekommen und weiss heute, mit mir ist alles in Ordnung. Die Wirtschaft hat es nur noch nicht begriffen.


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