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InDesign im Browser

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Darüber, ob InDesign und Photoshop bald auch im Browser verwendbar sind, wird schon länger spekuliert. Der Wechsel von Adobe in die Cloud und die immer stärkere Ausrichtung auf mobile Geräte lässt auf eine Browserversion spekulieren.

Indizien in den neuen CC-Versionen

Seit der CC-Version 2015 ist der Startscreen der Adobe-Apps mit HTML5 aufgebaut und auch die Optik der Programme wurde optimiert. Der Verdacht erhärtet sich dann auch mit jedem Update: Adobe bereitet seine Kreativ-Apps auf den Sprung in den Browser vor.

Browser
Der Startscreen im neuen InDesign basiert voll auf HTML5
ps_html5_dialogfenster
Die Dialogfelder im Photoshop riechen ebenfalls stark nach HTML5

Ziel: Die ultimative Mobilität

Der Vorteil einer Browser-App basierend auf HTML5 ist klar. Unlimitierte Mobilität, da nicht einmal mehr Software installiert werden muss. Mann hat also seine bevorzugte Kreativumgebung an jedem internetfähigen Gerät zur Verfügung. Ein Login mit seiner Adobe ID reicht. Theoretisch würde InDesign so auch auf dem iPad funktionieren, auch wenn ich fast sicher bin, dass Adobe dies verhindern wird (jedenfalls anfänglich). Schliesslich haben sie unzählige mobile Apps, die sie weiter bewirtschaften wollen.

Wo liegen die Vorteile einer Browser-Anwendung?

Wie oben schon erwähnt, liegt ein Vorteil in der Zugänglichkeit. Dazu kommt die Sicherheit und Aktualität, da natürlich immer die neuste Version vorhanden ist und Sicherheit- und Stabilitätsupdates jederzeit eingespielt werden können. Ein weiterer Vorteil (für manche auch ein Nachteil) ist die komplette Arbeit in der Cloud. So gehen keine Daten mehr verloren.

Nachteile sind (meist) subjektiv

Zum momentanen Produzieren in der Cloud mit den Applikationen immer noch lokal auf der Maschine installiert gibt es keine Nachteile. Wer das Cloudpublishing per se ablehnt, weil er sich wegen dem, sowieso nicht vorhandenen, Datenschutz sorgen macht, wird aber auch mit InDesign im Browser nicht glücklich.

Ein grosser Nachteil gibt es aber und der hängt tatsächlich mit der gewährleisteten Aktualität zusammen. Wer auf Plugins und Software von Drittanbietern angewiesen ist (und dass ist fast jeder, der Produktiv mit InDesign arbeitet), der wird keine Freude daran haben, wenn sein InDesign immer aktuell ist. So schnell wie Adobe können die wenigsten entwickeln, weswegen Anbieter wie censhare, Woodwing oder Axaio (MadeToPrint) oft eine Version hinterher hinken. Kompatibilität könnte so zu einem noch grösseren Problem werden, wie es mit der momentanen Cloud-Lösung schon ist. Momentan können wir wenigstens noch entscheiden, ob wir win Update machen oder nicht.

Persönlich glaube ich nicht daran, dass Adobe die momentane Lösung komplett durch eine browserbasierte Anwendung ersetzt. Es wird wohl eher als Zusatz verfügbar sein. Langfristig könnte die jetzige Form aber durchaus ersetzt werden.

Fazit

Momentan ist es lediglich ein Gerücht. Indizien und die generelle technische Entwicklung sprechen aber dafür, dass Adobe seine Creative-Apps in den Browser portieren wird. Die Frage ist lediglich wann und wie.