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InDesign zu PSD ist möglich

4 Min.

Kann InDesign PSD exportieren und macht es überhaupt Sinn?

Zugegeben im Daily Business dürfte der Fall InDesign zu PSD relativ selten vorkommen und doch wurde diese Frage schon an mich getragen und auch ich bin schon über dieses «Problem» gestolpert. Grundsätzlich ist InDesign ja so gut aufgebaut, dass es auch problemlos für Webanwendungen eingesetzt werden kann. Das Exportieren von JPEGs und PNGs ist dann auch absolut kein Problem. Was aber wenn der Drucker oder der Kunde ein PSD-File inklusive den im InDesign vorhandenen Ebenen wünscht? Versierte InDesign-Nutzer werden sich nun fragen, warum sollte das jemand verlangen? Schliesslich ist ein Druck-PDF völlig ausreichend. Eine Möglichkeit ist, dass die Daten für die Weiterverarbeitung auf Mobile und ins Internet verwendet werden. Je nach Zulieferer wird an der Stelle ein PSD mit Ebenen verlangt. Natürlich könnte man auch in dem Fall mit InDesign arbeiten aber jedem das Werkzeug, dass ihm am besten liegt.

InDesign zu PSD dank PDF

Nun ist es so, dass aus InDesign keine PSD-Datei erstellt werden kann. Einmal mehr hilft uns der Weg übers PDF. Mein Beispiel-File hat vier Ebenen. Eine Textebene und drei Farbebenen (Pantone Rot, Blau und Grün). Mein Highend-PDF sieht so aus inkl. meinen drei Sonderfarben:

InDesign zu PSD

 

Das PDF öffne ich nun im Illustrator. Hier sehen die Ebenen so aus:

InDesign zu PSD

 

Die Farben wurden übernommen und der Text ist editierbar. Nun erstelle ich vier neue Ebenen, schreibe sie analog InDesign an und verschiebe per Drag&Drop meine drei Farben und die Schrift in die jeweilige Ebene:

InDesign zu PSD

 

Die überflüssig gewordene Ebene 1 lösche ich. Hier empfiehlt es sich, das Ganze allenfalls als Illu zu speichern. Meine Ebenenpalette sieht nun so aus:

InDesign zu PSD

 

Als nächstes exportiere ich ab Illustrator ein PSD-File. Soll die Zeichenfläche ebenfalls berücksichtigt werden, dann diese Option hier anwählen:

InDesign zu PSD

Wichtig bei den Exporteinstellungen ist, dass der Export mit Ebenen angewählt ist sowie die Text- und Maximale Bearbeitbarkeit. Als Farbmodelle sind lediglich RGB, CMYK und Graustufe zulässig:

InDesign zu PSD

Wenn ich nun das PSD-File im Photoshop öffne, sieht es wie folgt aus:

InDesign zu PSD

 

Meine Ebenen wurden inklusive Namen übernommen und die Textebene ist weiterhin editierbar. Was leider nicht funktioniert ist die Übernahme von Pantonefarben. Beim PSD-Export kann lediglich RGB, CMYK und Graustufe angewählt werden. Entsprechend sehen die Farbauszüge im Photoshop aus:

InDesign zu PSD

EPS kennt Pantone

Wenn ich lediglich ein Illu-File benötige, mit Ebenen und den Pantonefarben, dann kann ich direkt ab InDesign ein EPS exportieren und in den Export-Optionen anwählen, dass der Farbraum unverändert bleiben soll:

InDesign zu PSD

Verarbeite ich dieses File weiter zum PSD (analog obigem Prozedere), wird auch hier die Farbe auf RGB, CMYK oder Graustufe konvertiert.

Fazit

Es mag nicht immer sinnvoll erscheinen, aus einem InDesign ein PSD zu machen. Um Drucklayouts aber Programmierern zugänglich zu machen, die allenfalls nur mit Photoshop arbeiten und somit JPEGs oder PSDs verlangen, kann es aber durchaus praktisch sein. Die Erstellung ist mit ein wenig Aufwand verbunden aber machbar. Will man Pantonefarben ins PSD übertragen, so ist ein massiver Zusatzaufwand nötig.

Ergänzung 20.11.2015: Man sollte keine zu komplexen Files verwenden. Illustrator ist kein PDF-Renderer und kann damit überfordert sein. Alternativ kann das InDesign auch im Photoshop nachgebaut werden. Die meisten InDesign-Elemente sind per copy/paste als Smart-Object in den Photoshop übertragbar.