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Lust auf was Süsses?

Apple MArzipan
3 Min.
Christian Denzler | 4. Januar 2019

Letztes Jahr hat Apple etwas angekündigt, was für Diskussionen in der Programmierer-Community gesorgt hat: Marzipan. Nein Apple ist nicht unter die Konditoren gegangen. Vielmehr handelt es sich bei Marzipan um die Schnittstelle, die es Programmiererinnen und Programmierern ermöglichen soll, iOS-Apps spielend auf den Mac zu portieren. Dadurch hofft Apple, den etwas schmalbrüstigen Mac-App-Store aufzumotzen. Denn bis anhin rentiert es den Meisten nicht, für iOS und macOS zu programmieren. Marzipan soll als süsser Anreiz fungieren.

Die Community ist gespalten

Nicht alle sind davon begeistert. Während einige sich darüber freuen, dass es bald mehr gute Apps im Mac-App-Store hat, empfinden es andere als umständlich und unnötig.

iOS-Programmierer und iPhone-Jailbreaker Steven Troughton-Smith (Twitter: @stroughtonsmith) sieht in Marzipan die Zukunft:

«Everybody’s looking at Marzipan and going ‚wow, these apps will never fit in on macOS‘ and I’m here going ‚wow, this is what Mac apps are going to all be like in a few years…’»

UI-Designer und Erfinder des Markdown-Publishing-Formats John Gruber (Twitter: @gruber) hingegen empfindet die Apps als unausgereift:

«These Marzipan apps are not good apps.»

Weiter fragt sich Gruber, worin der Sinn von macOS besteht, wenn alle iOS-Apps einfach portiert werden:

«What would be the point of MacOS even existing then?»

Wie ich das sehe

Apple hat ein Problem. Sie haben auf iOS zwar den grössten und florierendsten App-Marktplatz der Welt, können aber macseitig nicht mithalten. Marzipan ist der Versuch des Apfelkonzerns, dem entgegenzuwirken. Ich frage mich allerdings, ob’s das wirklich benötigt. Die meisten iOS-Apps, die ich benutze haben keine native macOS-App dafür aber einen soliden Webdienst. Bestes Beispiel sind sicher die Google Docs oder meine liebste Podcast-App «Pocket Cast». Während ich dort die App auf dem iPhone habe kann ich am Desktop-Rechner bequem über den Browser einloggen und finde dort meine Podcasts im selben Status vor, wie ich sie in der App zurückgelassen habe. Dadurch bin ich grundsätzlich geräteunabhängig und habe auf dem iPhone den Vorzug einer stabilen und schnellen nativen App.
Momentan bin ich noch ein wenig gespalten. Ich denke dass es der bessere Weg ist in Zukunft auf Web-Apps zu setzen. Momentan fehlt mir aber bei den PWAs (Progressive Web Apps) die Stabilität und Performance von nativen Apps. Oft haben diese auch noch das bessere User-Interface. Dieses Manko dürfte aber mit der Zeit ausgemerzt sein und den regulären Apps stark Konkurrenz machen. In der Zwischenzeit schauen wir, was Apple uns diesbezüglich bringt. 2019 wird auf jeden Fall spannend.