PDF: Medienneutral

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Medienneutrale PDFs sind in aller Munde. Wie sie aber wirklich umzusetzen sind, wissen die wenigsten. Was medienneutrale PDFs sein sollten und was sie in der Praxis sind, kläre ich in diesem Text.

Der Grundgedanke der Medienneutralität

Mit medienneutral meint man ganz simpel: unabhängig von jedem Medium oder beim Publishing: Ausgabekanal. Das heisst, ich halte meine Layoutdaten Device-unabhängig. Bilddaten in Lab oder öfters sRGB, mit guter Auflösung und dem Profiltag angehängt und die Farben werden in RGB angelegt. Vom generellen Multi-Channel-Gedanken ausgehend in einer zentralen Datenbank. Der Einfachheit halber beziehe ich mich hier aber «nur» auf Print und Web.


Wer noch Bilder oder Dias scannt, sollte die Bilder mit der praktischen Eingabeauflösung aufnehmen. Was das ist, findet ihr hier: Praktische Eingabeauflösung


Der Weg zum medienneutralen PDF

Ein medienneutrales PDF beginnt natürlich bei der Datenhaltung und geht weiter ins Layout sprich in unserem Fall ins InDesign. Als erstes stellen wir dort den «Transparenzfarbraum» des Dokumentes auf RGB um.

Der Transparenzfarbraum findet man im InDesign unter Bearbeiten.
Der Transparenzfarbraum findet man im InDesign unter Bearbeiten.

Farben in der Farbpalette legen wir natürlich ebenfalls im RGB an.

Die Farbpalette muss ebenfalls in RGB gehalten werden.
Die Farbpalette muss ebenfalls in RGB gehalten werden.

Wenn wir unser Dokument fertig haben, ist es ein reines RGB-Dokument. Bis auf die Textfarbe Schwarz. Diese lassen wir im 100% K da es für den Druck optimal und dem Web egal ist. Alle anderen Farben sind ebenfalls RGB. Somit haben wir eine optimale Ausgangslage. Das RGB-Dokument können wir in jeden beliebigen Ausgabekanal spielen sprich für Druck entsprechend separieren und fürs Web nicht oder wir senden das PDF einer Druckerei und sie macht eine In-Rip-Separation (late binding) was der optimale Ablauf wäre.

Und nun zur Praxis

In der Praxis ist es natürlich selten, dass wir ein perfektes RGB-Dokument geliefert bekommen. Unsere Daten entsprechen eher einem Gemischtwarenladen. Wer sich ein wenig mit Bildern, Farben und Separationen auseinandersetzt weiss, dass jede Separation einem Qualitätsverlust gleich kommt, weswegen wir gelieferte Bilder im entsprechenden Farbraum belassen. Aus meiner Sicht ist ein reines medienneutrales PDF nur dann möglich, wenn man die Datenaufbereitung und Lagerung komplett bei sich hat und nicht auf Zulieferer angewiesen ist.

Denkt an die Barrierefreiheit

Ein Ausgabekanal wird bei der Erstellung eines medienneutralen PDF oft ignoriert: Die Screenreader. Wir haben blinde und sehbehinderte Menschen in unserer Gesellschaft, die aber ebenfalls Zugang zu Informationen wollen. Ob es Sinn macht, diese in Form von PDF anzubieten ist eine Diskussion für dich. Trotzdem gehört die Barrierefreiheit zu einer sauberen Medienneutralität. Was ein barrierefreies PDF alles beinhaltet habe ich unter barrierefreie PDFs erklärt.

Farbsicherheit bei RGB zu CMYK

Eines der Hauptargumente der RGB-Gegner ist die Farbsicherheit und die Angst, dass man eine Separation von RGB in CMYK nicht 100% im Griff hat. Dazu gibt es zu sagen: Nichts im Leben haben wir 100% unter Kontrolle, leichte Farbabweichungen in den verschiedenen Medien interessiert niemand und wer eine gewisse Sicherheit haben will, kann die RGB-Tabelle der «Freien Farbe e.V.» andrucken, um eine fundierte RGB-Entscheidung treffen zu können.

Ihr findet die Freie Farbe-Files auf deren Webseite: https://www.freiefarbe.de/thema-farbe/software/ oder auf meiner Cloud zum Download.

 


Noch Fragen? Dann meldet euch bei mir: cd@denzlermedia.ch


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