Normierung

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Normalbeobachter/Spektralwertfunktionen
Wir alle verfügen über drei Spektralwertefunktionen zur Bewertung von Rot, Grün und Blau. Bei farbnormalsichtigen Personen sind diese nahezu identisch. Weshalb Farben auch nur in Grenzbereichen unterschiedlich empfunden werden. Was zum Beispiel für den einen immer noch als bläuliches Grün empfunden wird, empfindet jemand anderes schon als grünliches Blau.

Für die Farbmetrik musste nun also ein durchschnittlich empfindender Mensch definiert werden, der «Normalbeobachter». Dafür wurde im Jahr 1931 eine umfangreiche Testreihe mit vielen farbnormalsichtigen Personen durchgeführt. Daraus wurden die Normspektralwertfunktionen X, Y und Z abgeleitet, die von der CIE (Commission Internationale de l’Eclairage) festgelegt und durch nationale und internationale Normen wie DIN 5033 und ISO/CD 12 647 verbindlich wurden.

Untersucht wurde jeweils ein Gesichtsfeld von 2°. Unter «Gesichtsfeld» im Sinne der farbmetrischen Normen versteht man den Sehwinkel, unter dem eine Farbfläche gesehen wird. Betrachtet man z. B. eine Fläche mit einem Durchmesser von 3,5 cm aus einer Entfernung von einem Meter, nimmt sie genau einen Sehwinkel von 2° ein.

Im Jahr 1964 wurde der gleiche Test für einen Sehwinkel von 10° wiederholt und die Ergebnisse ebenfalls genormt. So entstand der «Normalbetrachter 10°».