Acrobat/PDFSoftware

PDF-Downsampling oder «Wie entschlacke ich ein PDF?»

4 Min.

PDF’s «entschlaken» (PDF-Downsampling)

Oft müssen wir Highend-PDF’s fürs Internet downsampeln (sprich die Datenmenge reduzieren). Da Online-PDF’s korrekterweise keinen Beschnitt und Schnittzeichen haben sollten, macht es aber Sinn, die PDF’s nicht nur herunterzurechnen, sondern das PDF direkt ab InDesign neu zu schreiben. Dafür verwenden wir die Export-Funktion und wählen als Format das «Adobe PDF (interaktiv)». «Interaktiv» ist eine wunderbare Möglichkeit um barrierefreie PDF’s (mit Tags), interaktive Formulare oder eben einfach ein Online-PDF zu generieren. Nun ist uns allen klar dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Dateigrösse und der (Bild)Qualität besteht. Oftmals gehen also kleine Daten zulasten der Auflösung. Es geht aber Gott sei Dank auch anders.

Um ein optimales Ergebnis zu bekommen, erstellen wir das PDF neu aus InDesign. Wir exportieren ein PDF (interaktiv) mit folgenden Einstellungen:

PDF-Downsampling: Export Interaktiv

Mein Test-File hat nun folgende Datenmenge:

PDF-Downsampling: Datenmenge vorher

Die Bildquälitat sieht nach dem Export so aus:

PDF-Downsampling: Bildqualität vorher

Nun machen wir Folgendes: Wir öffnen das PDF im Acrobat und rufen über das Menü Datei // Speichern als … // Optimiertes PDF den PDF-Optimierungs-Dialog auf. Hier nehmen wir folgende Einstellungen vor:

Bilder

Diesen Punkt deaktivieren. Wir wollen ja nicht, dass unsere Bilder verschlechtert werden. Also rechnen wir sie gar nicht.

PDF-Downsampling: Bilder

Schriften

Schriften lassen wir eingebettet.
PDF-Downsampling: Schriften

Transparenz

Diese verringern wir und stellen sie auf «mittel».

PDF-Downsampling:: Transparenzen

Objekte löschen

Hier häckeln wir alles an. Das ist dann auch der erste Reiter, der uns einiges an unnötiger Datenmenge aus dem PDF spült.

PDF-Downsampling: Objekte

Benutzerdaten verwerfen

Der zweite Punkt der uns einiges an unnötigen Metadaten wegspült.

PDF-Downsampling: Benutzerdaten

Bereinigen

Auch hier alles anwählen. Damit wird das PDF weiter bereinigt. In dem Reiter ist es wichtig, dass wir unter Objektkomprimierung – Optionen «Gesamte Datei komprimieren» anwählen. Damit wird das ganze PDF und nicht nur ein Teil davon komprimiert.

PDF-Downsampling

PDF-Downsampling: Bereinigen

Mit diesen Einstellungen speichern wir das PDF nun und lassen die Optimierung wirken.

Nach der Optimierung ist mein File noch so gross:

PDF-Downsampling: Datenmenge nachher

Und die Bildqualität sieht so aus:

PDF-Downsampling: Bildqualität nachher

Bei heutigen Leitungen dürften bis zu 5 MB im Internet kein Thema mehr sein. Alles, was darunter ist, ist schon unglaublich gut. Damit ihr seht, dass die Bilder kaum angerührt wurden, hier vorher und nachher nebeneinander:

PDF-Downsampling: Vergleich vorher PDF-Downsampling: Vergleich nachher

Was steckt dahinter?

Oft sind nicht die Bilder der Hauptgrund für zu grosse PDF’s (jedenfalls nicht nur) sondern die Metadaten, die von Acrobat tonnenweise ins PDF geschrieben werden. Diese Metadaten sind unter anderem im PDF/X-1a nicht erlaubt, weswegen ab und an das Phänomen auftritt, dass ein Highend-PDF massiv kleiner ist als ein Lowend-PDF. Mit obiger PDF-Optimierung spülen wir all diese (meist) unnötigen Metadaten aus dem Dokument, während wir die Bilder nicht anfassen. Das mit der ganzen Datei komprimieren funktioniert übrigens nur in PDF’s die über «Interaktiv» geschrieben wurden oder über den Preflight im Acrobat mit dem Setting «Online Publishing (Grössenoptimiert)» unter «Digitaldruck und Online-Publishing» schon mal verringert wurden.

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