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It’s a Plague!

5 Min.

Ein soziales Experiment breitet sich aus. Plague ist jedoch kein gewöhnliches Netzwerk wie Facebook oder Twitter und kommt mit einem einfachen und frischen Konzept daher. Achtung Suchtgefahr.

Ich habe Plague nun eine gute Woche getestet und kann eine grösstenteils positive Bilanz ziehen. Es gibt noch viel Luft nach oben aber der Anfang ist schon mal ganz solide.

Was ist Plague?

Plague vereint die Vorteile von Twitter und Instagram. Nutzer können über die Plattform Inhalte teilen, ohne jemandem zu folgen oder etwas zu liken. Alles, was nötig ist, ist eine kurze Registration.

Plague

Das Konzept von Plague

Mit Plague bekommt das Wort «Viral» eine neue Bedeutung. Inhalte werden nicht über einen eigenen Newsstream, geteilt sondern direkt vom Smartphone ins WWW losgelassen. Dabei funktioniert die Verteilung wie ein Virus oder eine Plage (Plague). Wenn ich einen Beitrag teile, infiziert er User in meiner Nähe. Diese entscheiden, ob sie den Beitrag weiterverbreiten möchten, und verteilen ihn so wiederum an User in ihrer Umgebung. Beliebte Posts können so um die Welt gehen. Auf einer Infection-Map kann man seine Ausbreitung verfolgen.

Plague

Wie bediene ich Plague?

Die Bedienung ist einfach. Wenn man die App startet, sieht man einen Post, der gerade in der Nähe geteilt wurde.

Plague

Links unten sehe ich, ob der Post kommentiert wurde, wie viele ihn schon geteilt haben und von wo er abgesetzt wurde. Will ich den Post weiterverbreiten, swipe ich ihn nach oben, gefällt er mir nicht, swipe ich ihn nach unten. That’s it.

Über den Button rechts oben kann ich selber einen Post verfassen.

Plague

Geteilt werden können Bilder, Gifs, Text und Links.

Tippe ich oben links auf das Statistiksymbol, sehe ich meine abgesetzten Posts und wie oft sie geteilt wurden.

Plague

Der Infection Index legt fest, an wie viele Menschen mein Post in erster Instanz verteilt wird. Der Index erhöht sich je häufiger ich etwas teile. Die Posts sind für 7 Tage viral und werden danach inaktiv.

Über das Profil-Icon oben links kann ich mein Profil einrichten.

Plague

Die Kommunikation mit anderen Usern findet nur über die Kommentare statt. Es gibt keine Möglichkeit, direkt und privat mit anderen Usern zu kommunizieren.

Plague

Wie wird Plague genutzt?

Plague dient vor allem dazu, sich lokal zu informieren, auszutauschen und seine Gedanken zu teilen. Mit den Worten des Plague-Erfinders:

Man kann es als «globales Think-Tank» nutzen, als Psychologe, als Zeitverschwender, Benachrichtigungsservice und als eine Kraft, die uns alle eint.

Plague dient nicht dazu, mit Verwanten, Bekannten und Freunde in Kontakt zu bleiben und dumme, rassistische oder sexistische Bemerkungen werden selten toleriert.

Wer steht hinter Plague?

Plague wurde als soziales Experiment von einer Handvoll Idealisten erstellt und wächst momentan gewaltig. Finanziert wurde es durch Spenden wird sich aber zukünftig wohl um ein Finanzierungsmodell (Investoren, Spenden, Datenhandel?) kümmern müssen.

CEO ist der junge litauer Ilya Zudin der seine App wie folgt beschreibt: «Ich mache ein einfaches Ding, das uns allen erlaubt, mit der ganzen Welt gleichzeitig zu kommunizieren.»

Hier geht es zu seinem watson-Interview

Anfangs hatte Plague mit Serverschwierigkeiten zu kämpfen, diese scheinen sie aber nun behoben zu haben. Plague lässt zuerst einige Funktionen vermissen, die man von anderen sozialen Netzwerken her kennt. Das ist aber ja gerade der Punkt und man gewöhnt sich schnell daran. Richtig spannend wird Plague auch erst, wenn man sich mit Menschen rund um den Globus zu gewissen Themen austauscht und aktiv für gute Inhalte sorgt.

Gute Post verbreiten sich dann auch schnell sehr weit, während schlechte oder geklaute Dinge eher schwierig vorwärtskommen.

Plague findet man für Android und fürs iPhone.

plague.io