Plakatgestaltung

8 Min.

 

Gute Plakatgestaltung ist nicht ganz einfach. Das sieht man täglich auf der Strasse und sehr eindrücklich bei politischen Wahlen und dem Plakatwald. Bevor man sich an eine Plakatgestaltung macht, sollte man sich zwei grundlegende Fragen stellen:

  • Was sind die Kernaussagen, die man mit dem Plakat machen will?
  • Welche Kernelemente/Wirkungselemente sind auf der Gestaltung zwingend nötig?

Danach gilt es einiges zu beachten, wenn man optimal wirkende Plakate gestalten will.

Plakatgestaltung nach dem KISS-Prinzip

Keep it short and simple ist die Devise bei einer wirkungsvollen Plakatgestaltung. Ein Plakat sollte nie mehr als fünf Wirkelemente aufweisen (Hintergrund, Headline, Packshot usw.). Menschen können sich nicht auf zu viele Dinge gleichzeitig fokussieren. Vor allem dann nicht, wenn sie mit dem Fahrrad oder Auto daran vorbeibrausen (die Betrachtungsdauer ist im Schnitt zwischen 3 bis 5 Sekunden). Mehr als ein Objekt sollte auch nicht speziell hervorgehoben werden.

Plakat Merci
Simpel und Positiv. Eine gelungene Kampagne von Merci.

Steuern Sie den Blickverlauf

Als Layouter kann man steuern, wie dass der Konsument ein Plakat wahrnimmt. Ziel ist es, dass der Blick möglichst lang auf dem Sujet/dem Produkt verharrt. Leiten Sie den Blickverlauf von Element zu Element. Als Layouter muss man sich überlegen, welches Element vom Betrachter als erstes anschauen soll, welches als zweites usw. Die Konzentration auf wenige Elemente ist die beste Möglichkeit, um die optimalste Wirkung beim Betrachter zu erzielen. Auf diesen Effekt sollte Logo, Headline usw. abgestimmt werden. Packshots und Marken- oder Firmen-Logo sollten nicht übereinander gelayoutet werden.

Plakat Cola Zero
Von der Headline zur Flasche und der Subline.

Machen Sie den Absender klar ersichtlich

Wie man das Logo bei der Plakatgestaltung platziert, ist essentiell, denn der Absender und die Markenidentität sollen klar ersichtlich sein. Besonders bei bekannten Marken ruft die vertraute Form eine positive Assoziation beim Betrachter aus und helfen der Marke und dem Produkt sich im Gedächtnis zu verankern. Dadurch wird das Logo zur wichtigsten Identifikationsmarke bei der Plakatgestaltung. Die Anordnung orientiert sich dabei an der Leserichtung und dem Kampagnenkonzept. Von Vorteil ist es aber auch aus der Ferne zu sehen.

Plakat Vox
Der Absender sollte gut ersichtlich sein.

Dominanz des Wichtigen

Das Hauptmotiv sollte im Rahmen des Kampagnenkonzeptes am Dominantesten angelegt und alle anderen Elemente ihm untergeordnet werden. Als Faustregel gilt: Die Höhe des Sujets ist 40% der Formathöhe. Plus minus versteht sich.

Plakat Ikea
Das Hauptsujet sollte dominant dargestellt werden.

Arbeiten Sie mit Farben

Heute sind Menschen grundsätzlich reizüberflutete. Auf uns prasseln so viele Informationen ein, dass es schwer ist, die relevanten auszusortieren. Arbeiten Sie mit Farben, übertreiben Sie es aber nicht. Zu viele Farben wirken überladen und aggressiv während eine zu triste Gestaltung im Alltag untergeht. Setzen Sie farbliche Akzente im Einklang mit dem Key Visual und im Rahmen des Konzeptes (allenfalls besteht auch schon ein Farbkonzept). Komplementärfarben wie zum Beispiel Blau und Gelb erzeugen einen starken kontrast und werden gut wahrgenommen. Je nach dem können sie aber auch als zu aufdringlich empfunden werden. Das muss von Fall zu Fall angeschaut werden.

Plakat von Smart
Kräftige Farben helfen beim «sich abheben».

Setzen Sie Text überlegt ein

Übermitteln einer kurzen klaren Botschaft

Hier gilt die Faustregel: Nicht mehr als fünf Worte. Nach neueren Studien kann sich ein Mensch nicht mehr als drei Dinge gleichzeitig merken. Plakattext muss in 1,5 bis 2 Sekunden wahrgenommen und verstanden werden. Mehr als fünf Wörter (plus max. zwei weitere Wörter) sind eine Überforderung. Diese Einschränkung zwingt einen, eine präzise und verkürzte Aussage zu machen.

Dominante Headlines

Headlines sollen ins Auge stechen und auch aus der Ferne gut lesbar sein. Setzen Sie Text deshalb nicht auf unruhige Hintergründe. Die Schriftgrösse sollte idealerweise 12% bis 15% der Formathöhe betragen. Sublines und Aufzählungen kann man ungefähr bei 7% bis 10% der Formathöhe ansetzen. Verwenden Sie maximal drei verschiedne Schriftgrössen und achten Sie auf eine logische Blickführung.

Plakat Milka
Headlines sollen hervorstechen.

Achten Sie auf die Bildsprache

Emotionen in der Plakatgestaltung

Die Bildsprache sollte immer positiv sein. Der Mensch ist ein visuelles und emotionales Wesen. Will man ihn für sich gewinnen muss man zuerst die Gefühlsebene positiv ansprechen und erst danach die rationale Ebene. Positive Assoziationen bleiben eher hängen, führen zu einer positiven Wahrnehmung der Marke und/oder des Produktes und hinterlassen keine negativen Empfindungen.

Plakat Cola Light
Die Bildsprache soll immer positiv sein ausser andere Emotionen sind gewünscht.

Attraktive Menschen ziehen an

Es ist einfach so: Attraktive Menschen ziehen die Blicke auf sich. So verhält es sich auch bei der Plakatgestaltung. Setzen Sie Menschen immer speziell in Szene. Vor allem Gesichter und Augen haben eine anziehende Wirkung und werden dominanter platziert werden. Models sollten immer den Betrachter adressieren und/oder den Blick auf das Produkt lenken.

Plakat Axe
Attraktive Menschen ziehen Blicke auf sich. Das Model sollte den Betrachter direkt adressieren und den Blick auf das Produkt lenken.

Passen Sie das Plakat der Situation an

Achten Sie bei der Plakatgestaltung auf die Umgebung, in der das Plakat gehängt wird. Halten Sie die Nachricht kurz, wenn dort viel Durchgangsverkehr herrscht. In Fussgängerzonen oder an Bushaltestellen kann es auch mal ein wenig mehr Text sein.

Plakate Mc Donalds
Mc Donalds arbeitet oft mit kurzen Botschaften an Stellen mit viel «Durchgangsverkehr».

Beachtet man diese Dinge, gelingt einem ein eindrucksvolles und spannendes Plakat.

Wenn Sie weitere Unterstützung und Informationen wünschen oder wenn Sie Hilfe beim evaluieren und ausführen eines Druckauftrages benötigen, kontaktieren Sie mich. Ich freue mich, von Ihnen zu lesen.


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