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«Was sind deine grössten Schwächen»? Gute Antworten auf eine dämliche Frage

5 Min.
Christian Denzler | 18. Oktober 2017

Eine der dämlichsten Fragen bei einem Bewerbungsgespräch dürfte wohl «Was sind Ihre Schwächen?» sein. Abgesehen davon, dass es unhöflich ist, einen Menschen danach zu fragen, den man gerade mal 5 Minuten kennt, sagt sie auch überhaupt nichts über die Qualifikation einer Person oder deren Selbsteinschätzung aus.

Wenn man in der Jobfindungs-Phase ist, wird man aber wohl oder übel damit konfrontiert werden. Ob man mag oder nicht. Viele, die ein Bewerbungsgespräch führen, sind in den 1950er-Jahren hängen geblieben oder arbeiten zumindest mit einem Fragenkatalog, der aus dieser Zeit zu stamme scheint.

Schwächen sind reine Einbildung

Die Annahme, dass ein Mensch Schwächen hat, grenzt mehr an Glauben als an Realität. Was sind überhaupt Schwächen? Jede Person hat Dinge, die er besser kann und Dinge die ihr weniger liegen. Ganz zu schweigen von den millionen Dingen, die wir noch nie ausprobiert haben. Zum Beispiel weiss ich nicht, wie ich ein Gewehr richtig auseinandernehme und wieder zusammenbaue. Ist das nun eine Schwäche? Als Publisher und Techno-Polygraf werde ich diese Fähigkeit wohl nie benötigen. Hier stellt sich mir die wichtige Frage: Warum sollte ich mich mit Sachen befassen, die ich nicht beherrsche oder beherrschen will? Noch wichtiger: Warum soll ich mir über solche Dinge gedanken machen? Solche Gedanken sind kontraproduktiv und eine riesen Verschwendung unserer Zeit.

Jede HR-Verantwortliche, die eine solche Frage stellt und sie auch noch ernsthaft als Indikator für die «Selbstwahrnehmung» der sich bewerbenden Person nimmt, ist jemand, den wir nicht in unserem Leben brauchen. Die Frage ist nämlich schlicht und einfach nur etwas: dämlich.

Arbeit soll Spass machen

Die Zeiten in denen wir eine Arbeit als Brotjob gemacht haben sind längst vorbei. Wir arbeiten nicht nur, um uns und unsere Familie zu ernähren. Jedenfalls sollten wir das in einer funktionierenden Wirtschaft nicht. Wir arbeiten um uns selber weiterzuentwickeln, zu verbessern und um Spass an dem zu haben, was wir machen. Der menschliche Arbeitsplatz ist längst Realität und jeder verdient es, an einem Ort zu arbeiten, an dem einen die Menschen verstehen. Schlussendlich sind ja auch nur diese Menschen unsere Energie und Aufmerksamkeit wert.

Was antwortet man auf die Frage nach den Schwächen?

Die Frage wird früher oder später bei einem Einstellungsgespräch auftauchen, weswegen ich hier ein paar mögliche Antworten darauf vorbereitet habe:

F: Was sind Ihre grössten Schwächen?
A: Milchschokolade und Wein. Wie sieht es bei Ihnen aus?

F: Was sind Ihre grössten Schwächen?
A: Es gibt millionen Dinge, in denen ich nicht gut bin. Zum Beispiel Golfen oder Autos reparieren. Deshalb versuche ich, mich in Situationen zu begeben, in denen ich all die Dinge tun kann, die ich gut kann. Zum Beispiel Marketing (wenn man sich für einen Marketingjob bewirbt).

F: Was sind Ihre grössten Schwächen?
A: Momentan bilde ich mich in Excel weiter. Im Grunde beherrsche ich es aber es gibt Dinge, die ich bis jetzt nicht begriffen habe. Deswegen lerne ich nun, wie man Sheets miteinander verknüpft und ähnliche Dinge. Das ist etwas, was mir in Zukunft sicher zugute kommen wird.

F: Was sind Ihre grössten Schwächen?
A: Früher war ich total besessen von meinen Fehlern. Ich habe Bücher gelesen und Selbsthilfegruppen besucht, um meine «Schwächen» auszumerzen. Heute fokusiere ich mich auf Dinge, von denen ich weiss, dass ich sie kann. Zum Beispiel Datenaufbereitung (wenn man sich als Polygraf bewirbt z. B.) und ich verschwende meine Zeit nicht damit, Sachen zu tun, die ich nicht kann. Zum Beispiel die Buchhaltung.

Voilà. Ein paar brauchbare Antworten auf eine selten dämliche Frage. Habt ihr weitere Ideen? Tweetet sie mir unter @chris_denzler schreibt sie auf Facebook: facebool.com/denzlermedia.ch oder übermittelt sie per Kontaktformular.


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